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Restaurierung

EHEMALIGES REBMANNSHAUS von 1662

 

Das Rebmannshaus von 1662 mitten in Sipplingen ist ein Haus voller Geschichte und eine Denkmalsanierung mit doppelter Auszeichnung:

 

 

Denkmalschutzpreis Baden-Württemberg 2020

Effizienzpreis Bauen und Modernisieren, Prämierungsstufe Gold in der Kategorie Modernisierung im Denkmalschutz

DETAILLIERTE PROJEKTBESCHREIBUNG

Als Familie Möhrle-Schmäh 2013 das Rebmannshaus  von 1662 entdeckte, lag der Stolz dieser vergangenen Zeiten im Verborgenen.  „Abreißen“ sollte man es doch, da ja wohl nichts mehr zu retten sei. Das Haus stand über 15 Jahre lang leer. Es drang Wasser ins Innere und es bestand Einsturzgefahr.


Familie Möhrle-Schmäh hat jedoch den früheren Stolz und Charme gesehen und lies sich nicht beirren. Besonders die blaue Stube hat es ihnen angetan. Es entstand ein besonderes Familienprojekt mit Rettungscharakter: Holzbau Schmäh übernahm die Bauleitung und Gesamtsanierung für das eigene Kulturdenkmal.

 

 

Die jahrhundertealte Nutzungsgeschichte im Inneren unter Modernisierung und Anpassung des Energiekonzeptes zu erhalten, stand während der gesamten Sanierungszeit im Vordergrund.

Das ehemalige Rebmannshaus ist heute in zwei Wohneinheiten eingeteilt, ca. 60 qm im Erdgeschoss und ca. 120 qm im Ober- und Dachgeschoss. Die Dämmung besteht aus einem innenliegenden Vollwärmeschutz an den Aussenwänden und einer Aufdach- und Gefachdämmung im Dachgeschoss. Ein behutsames Vorgehen war bei den Fenstern gefragt. Bestehende Kastenfenster wurden restauriert und von innen durch moderne Fenster für einen optimalen Wärme- und Schallschutz ergänzt. Wertvolle Ausstattungen, wie z. B. die Holzdecke in der blauen Stube, der Wandtäfer, der 200 Jahre alte Ofen, Holzbodendielen wurden ausgebaut, kartiert und eingelagert zur Sanierung und dem späteren Wiedereinbau.  Die teils abfallenden Böden wurden absichtlich nicht begradigt. Wo es ging wurden traditionelle Techniken und Materialien eingesetzt, wie beispielsweise der Stampflehmboden im Erdgeschoss, dem ehemaligen Kelterraum.  Eine neue Gasheizung und eine solarthermische Anlage wurden im Nebengebäude des Rebmannhauses installiert.

Die historische Bepflanzung rund um das Haus konnte nach vielen bereichernden Gesprächen mit älteren Menschen aus Sipplingen aufgegriffen werden. Eine ältere Dame, die in dem Haus aufgewachsen ist, erzählte mit strahlenden Augen wie sie Aprikosen aus dem Fenster der blauen Stube erntete. Heute wächst an gleicher Stelle ein Aprikosenbaum.

Familie Möhrle-Schmäh freut sich sehr, dass sie einem historischen Element ihrer Region die Chance geben dürfen, seine Geschichte auch in den nächsten Generationen zu erzählen und Mieter gefunden haben, die dies  wertschätzen.

 

 

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