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Regio-TV Beitrag: Warum ein Meersburger Holzbau-Betrieb alle Ausbildungsplätze besetzt

29. November 2023




Agentur für Arbeit informiert bei Holzbau Schmäh über aktuelle Lage


Bewusst wählte die Agentur für Arbeit Holzbau Schmäh als Ort für ein Pressegespräch zur aktuellen Lage auf dem Ausbildungsmarkt im Bezirk Konstanz-Ravensburg. Wenn es um ein zentrales Zukunftsthema wie die Sicherung des Fachkräftenachwuchses gehe, dann müsse man „genau da hin, wo’s auch stattfindet“, erklärte Mathias Auch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg. Das Handwerk sei die „Wirtschaftsmacht von nebenan“, es stelle ein Viertel aller Ausbildungsplätze zur Verfügung, hob Auch hervor. Die Firma Holzbau Schmäh, die in den vergangenen 20 Jahren rund 60 junge Leute ausbildete und derzeit 18 Azubis und zwei FSJler beschäftigt, ist laut Auch „ein toller, bekannter Handwerksbetrieb. – Ich bin gar nicht um Sie herumgekommen, Herr Schmäh“, sagte Auch lächelnd zu Firmenchef Sebastian Schmäh.


Das gerade abgeschlossene Ausbildungsjahr 2022/23 weist laut Auch unterm Strich eine „Bilanz mit Licht und Schatten“ auf. Zwar sei die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe ungebrochen hoch und die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber nach der Corona-Delle wieder deutlich angestiegen. Doch die Schere zwischen Angebot und Nachfrage habe sich erheblich geöffnet. Es gebe doppelt so viele Ausbildungsplätze wie Bewerbende. Noch wesentlich drastischer ist das Verhältnis im Zimmererberuf: Hier kamen im vergangenen Jahr auf 132 offene Stellen nur 38 Bewerbende.


Bei Holzbau Schmäh ist es ganz anders: „Wir haben doppelt so viele Bewerbungen wie Stellen“, so Sebastian Schmäh. „Ein Schlüssel, an Nachwuchs zu kommen, ist die eigene Ausbildung“, betonte er. Dabei spiele auch das Freiwillige Soziale Jahr eine wichtige Rolle. Von den fünf jungen Leuten, die ihr FSJ im Denkmalschutz bisher bei Holzbau Schmäh absolvierten, „gingen im Anschluss zwei bei uns in die Ausbildung.“ Deshalb seien die anvisierten Mittelstreichungen beim FSJ zum Glück vom Tisch. Ferner machten pro Jahr zwischen 50 und 70 junge Menschen ein Praktikum in der Firma. Schmäh hob hervor, Industriebetriebe seien „schon bei einer Ausbildungsquote von zwei bis fünf Prozent megastolz. Bei uns liegt sie bei 33 Prozent.“ Man tue aber auch viel dafür, so gebe es einen eigenen Azubi-Campus, inklusive Jahresausflug und sechs Samstagen, an denen Azubis ihre Kenntnisse, angeleitet von drei Ausbildungsmeistern, vertiefen könnten. Obwohl man Azubis mit unterschiedlichster Vorbildung habe, darunter sogar welche mit abgeschlossener Ausbildung oder Studium, bilde man jetzt nur noch ab dem ersten Azubijahr aus. Denn alle sollten dieselbe Praxis bekommen. „Wir wollen eine Kaderschmiede sein für den Holzbau-Nachwuchs“, unterstrich Schmäh.


Der Frauenanteil in der Firma liegt derzeit bei 22 Prozent und Schmäh nennt als Herzensangelegenheit, künftig Frauen auch zu Führungskräften weiterzuentwickeln. Als Unternehmer, der gerade in einen aufwändigen Neubau inklusive Mitarbeiterwohnungen investiert hat, ist sich Schmäh „sehr sicher, dass das Handwerk eine gute Zukunft hat. Ich glaube, dass ist einer der sichersten Berufe, die man machen kann.“ Grundsätzlich seien ein Drittel der Jugendlichen bereit, im Handwerk eine Ausbildung zu machen. Tatsächlich entschieden sich dann aber nur zehn Prozent dafür und davon seien nach zehn Jahren nur noch zehn Prozent im Beruf. „Ausbildung heißt auch, wir halten die Menschen in der Region, wir halten die Kaufkraft in der Region“, so Schmäh.


Martha Pirchl und Lukas Döttling haben sich ganz klar fürs Handwerk entschieden: Döttling ist Zimmerer-Azubi im zweiten Jahr bei Holzbau Schmäh, Pirchl hat hier gerade ihre Ausbildung als Schreinerin gestartet. Die Berufe im Holz-, Möbel- und Innenausbau, zu denen auch das Schreinerhandwerk zählt, haben – wider den allgemeinen Trend – übrigens keine Nachwuchssorgen: Hier kamen im vergangenen Jahr auf 45 offene Stellen 74 Interessierte.

„Mich hat der gestalterische Teil überzeugt“, sagt Pirchl. Eine Freundin hatte sie darauf hingewiesen, dass Holzbau Schmäh neben dem Zimmerer- nun auch im Schreinerhandwerk ausbilde. „Ich finde es gut, dass ich Einblicke in beide Berufe bekomme.“ Sie wollte nach dem Abi nicht gleich studieren, das könne sie später immer noch.


Döttling hat bereits ein Studium hinter sich und einen Bachelor in Bauingenieurwesen in der Tasche. Während seiner Ausbildung macht er nun gerade auch noch seinen Master. „Mein Ziel ist, im Bereich Denkmalpflege am Bodensee zu arbeiten.“ Später auch gerne in leitender Position. Aber es „tut gut, auch die Praxis mitzunehmen“, meint Döttling. Die Verzahnung von handwerklichen und akademischen Berufen ist seinem Chef Sebastian Schmäh auch ganz wichtig, weil sie eine bessere Zusammenarbeit auf der Baustelle ermögliche. Schmäh: „Bei uns findet so ein Austausch auch in diesem Team statt.“




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